Erfurt darf nicht zur Bühne geschichtspolitischer Provokation werden
,Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt ist mehr als eine parteiinterne Veranstaltung. Er findet in Thüringen statt — exakt 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag von 1926 im benachbarten Weimar. Dieser historische Bezug darf nicht verharmlost werden. Gerade in Thüringen wissen wir, welche Verantwortung aus der deutschen Geschichte erwächst.
Es geht dabei nicht um einfache Gleichsetzungen. Niemand muss die Gegenwart mit der Vergangenheit verwechseln, um wachsam zu sein. Aber wer einen Bundesparteitag ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt in Thüringen abhält, muss sich fragen lassen, welche Signale damit gesetzt werden. Der Verein Weimarer Republik spricht in diesem Zusammenhang von einer „fatalen Parallele“ — und genau diese Sorge ist berechtigt.
Erfurt ist eine Stadt der Begegnung, der Kultur und des Zusammenhalts. Unsere Landeshauptstadt darf nicht zur Kulisse für politische Kälte, Ausgrenzung und Geschichtsvergessenheit werden. Wer gesellschaftliche Probleme lösen will, spaltet nicht Menschen gegeneinander auf. Wer soziale Sicherheit will, braucht Respekt, Gerechtigkeit und eine Politik, die die konkreten Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt — nicht Feindbilder.
Das BSW steht für eine Politik, die soziale Fragen wieder in den Mittelpunkt stellt: bezahlbare Energie, gute Löhne, funktionierende Schulen, sichere Gesundheitsversorgung, Frieden und Zusammenhalt. Diese Aufgaben werden nicht durch Hass gelöst, nicht durch Verrohung und nicht durch das bewusste Spiel mit historischen Symbolen.
Unser Nein zur AfD ist deshalb auch ein Ja: ein Ja zu einem menschlichen Erfurt. Ein Ja zu einem Thüringen, das friedlich zusammenhält. Ein Ja zu einer Demokratie, die aus ihrer Geschichte gelernt hat und sich nicht von Provokation, Spaltung und Entmenschlichung treiben lässt.
Erfurt bleibt menschlich. Thüringen bleibt wachsam.
Bildquelle: Katja Wolf (MdL)